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Brennende Strohballen

Alarm: 01.04.2026 um 18.14 Uhr
Ortsfeuerwehren: Eng (HLF-LF20-WLF-MTF) | Gds (LF16-LF20-GWMess-ELW-MTF) | Kwd (ELW2) | Sbg (TSFW-SW) | StBM | Stadt (KDOW1-Pressesprecher)
Einsatzart: Brandbekämpfung (BA2)
Einsatzort: Godshorn, Alt Godshorn

Strohballenbrand in Godshorn: Nächtlicher Großeinsatz – Drohnen und Spezialfahrzeug im Einsatz – Feuerwehr ruft zu mithilfe auf!

Langenhagen / Godshorn
Am Dienstagabend, dem 01.04.2026, wurden mehrere Ortsfeuerwehren um 18:13 Uhr zu einem „Ba2 - Brand einer großen Strohballenmiete“ im Ortsteil Godshorn alarmiert. Der Einsatz entwickelte sich zu einem nächtlichen Großeinsatz und konnte erst gegen 05:15 Uhr am frühen Mittwochmorgen beendet werden.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand die Strohballenmiete bereits nahezu vollständig in Flammen. Das Feuer griff rasch auf angrenzende Mieten über. Insgesamt waren rund 600 Stroh- und Heuballen auf einer Fläche von etwa 3.000 Quadratmetern betroffen. Durch das schnelle und beherzte Eingreifen eines Landwirts konnten weitere Bestände mithilfe landwirtschaftlicher Maschinen rechtzeitig gesichert werden.

Einsatzleiter und Ortsbrandmeister Michael Schuster entschied aufgrund der bereits vollständig brennenden Mieten, dass großflächige Löschmaßnahmen nicht zielführend seien, und ordnete ein kontrolliertes Abbrennen an. Mit Unterstützung von Bau- und Landmaschinen wurden die brennenden Ballen auseinandergezogen, um den Abbrennprozess zu beschleunigen. Die Feuerwehr kühlte dabei fortlaufend die Anbauteile der Maschinen und unterdrückte konsequent Funkenflug, um ein Übergreifen des Feuers auf unbeteiligte Flächen zu verhindern.

Technische Unterstützung im Einsatz
Drohne mit Wärmebildkamera:
Zur Lageerkundung kam eine Drohne mit Wärmebildtechnik zum Einsatz. Sie ermöglichte eine präzise Darstellung der Hitzeentwicklung und machte besonders heiße Bereiche der Mieten sichtbar. Dadurch konnten gezielt Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen durchgeführt werden.

LUF 60 – Löschunterstützungsfahrzeug (Berufsfeuerwehr Hannover, Wache 1):
Das Spezialfahrzeug sollte durch gezielte Luftlenkung das Feuer kontrolliert anfachen, um ein schnelleres Abbrennen der Mieten zu erreichen. Der gewünschte Effekt blieb jedoch aus, sodass das LUF nach kurzer Zeit wieder aus dem Einsatz entlassen wurde.

Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Godshorn, Engelbostel, Kaltenweide und Schulenburg vor Ort. Unterstützt wurden sie von der Berufsfeuerwehr Hannover, der Polizei, dem Rettungsdienst sowie mehreren örtlichen Landwirten.
Verletzt wurde niemand.

Einsatzleiter Michael Schuster
„Ein ganz besonderer Dank gilt der Altersabteilung der Ortsfeuerwehr Godshorn. Über viele Stunden hinweg haben sich die Kameraden mit großer Selbstverständlichkeit, Erfahrung und Fürsorge um die Verpflegung der Einsatzkräfte gekümmert. Ob Kaffee, Tee, Wasser, Softdrinks, Suppe oder Würstchen – alles war jederzeit bereitgestellt. Gerade bei einem so langen und kräftezehrenden Einsatz ist diese Unterstützung im Hintergrund von unschätzbarem Wert und zeigt, dass Feuerwehr nicht mit dem aktiven Dienst endet.
Ebenso möchte ich den beteiligten Landwirten und ihren Unterstützern ausdrücklich loben. Die Zusammenarbeit mit Bau‑ und Landmaschinen verlief schnell, unkompliziert und absolut vorbildlich. Dieses starke Miteinander hat wesentlich zum Einsatzerfolg beigetragen und zeigt eindrucksvoll, wie hervorragend eine funktionierende Ortsgemeinschaft im Ernstfall zusammensteht.“
Der entstandene Schaden kann derzeit noch nicht beziffert werden. Da Stroh und Heu für die Stallhaltung fehlen, müssen die Tiere nun deutlich früher als ursprünglich geplant auf die Weiden gebracht werden.
Die Brandstelle ist gesichert. Eine leichte Rauchentwicklung ist weiterhin normal. Die Feuerwehr kontrolliert die Fläche eigenständig und greift bei Bedarf ein. Ein Anruf über den Notruf 112 ist nicht erforderlich.

Stroh und Heu können sich unter bestimmten Bedingungen – insbesondere bei erhöhter Restfeuchte – selbst entzünden. Angesichts ähnlicher Brandereignisse in der Region erscheint eine spontane Selbstentzündung jedoch eher unwahrscheinlich. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.



Appell an die Bevölkerung
Stadtpressesprecher der Feuerwehr Langenhagen:
„Unsere Einsatzkräfte engagieren sich ausschließlich ehrenamtlich – neben Beruf, Familie und privaten Verpflichtungen. Einsätze wie dieser bedeuten eine stundenlange körperliche und psychische Belastung, nicht nur für die Einsatzkräfte selbst, sondern auch für deren Familien, Freundeskreise und Arbeitsstellen. Viele dieser Einsätze wären vermeidbar.

Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger, insbesondere im Umfeld von Stroh- und Heumieten aufmerksam zu sein. Melden Sie ungewöhnliche Beobachtungen, Rauchentwicklungen oder verdächtige Personen bitte umgehend dem Polizeikommissariat Langenhagen unter der Rufnummer +49 511 109 4215.
Wachsamkeit in Ihrer Umgebung kann helfen, Brände frühzeitig zu verhindern. Gemeinsam können wir weitere nächtliche Großeinsätze möglicherweise vermeiden. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.“


Dennis Carlini

Pressesprecher Stadtfeuerwehr Langenhagen


Einsatz erfasst von Michael Schuster

Einsatzbilder

Bildquelle: Carl-Markus Müller & Feuerwehr